Walpurgisnacht & Beltaine:
- Amelie Reist
- 30. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Eine wilde Nacht & die Hochzeit von Himmel & Erde
Die Walpurgisnacht am 30. April und der darauffolgende 1. Mai sind seit Jahrhunderten mit wilden Festen verbunden. Ursprünglich gehen diese Feiern auf das keltische Jahreskreisfest Beltaine zurück, das den Beginn der Sommerzeit markiert. Die Fruchtbarkeit ist jetzt überall sichtbar: das saftige Grün der Bäume, das volle Erblühen, Lämmer und Kücken. Wir feiern diese Schöpferinnenkraft. Das Erwachen der Natur und die Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Während der 1. Mai dann als christlicher Feiertag eingenommen wurde, blieb die Walpurgisnacht lange die Nacht der wilden Frauen - der Hexen. Diese Nacht ist ein lebendiges Erbe unserer Vorfahrinnen, das mich bis heute tief berührt und inspiriert. Und das ich auch in jungen Jahren bereits mit viel Freude gefeiert habe.

Ursprung und Bedeutung von Beltaine
Beltaine ist eines der vier Mondfeste und fällt auf den Vollmond rund um den 1. Mai. Es markiert den Übergang von der dunklen zur hellen Jahreszeit und den Beginn der Sommerhälfte. Die Natur erwacht in voller Pracht, und lädt uns ein zu feiern. Die Schöpfung, die um uns herum sichtbar wird und unsere eigene Schöpfungskraft, die sich jetzt spiegelt in der äusseren Natur.
Zu Beltaine wurden große Freudenfeuer entzündet. Die Menschen brachten Opfergaben dar, um die Götter zu ehren und um eine reiche Ernte zu bitten. Es war auch die Nacht der Exzesse und wurde wild gefeiert: Liebesnester wurden gebaut, es wurde ekstatisch getanzt und oft mit bewusstseinserweiternden Substanzen die Verbindung zur Natur und zum Göttlichen gesucht.
In der keltischen Mythologie legt nun der junge Sonnengott, oft als Belenos bezeichnet, sein Bärenfell ab und zeigt sich in strahlender Gestalt. Die Pflanzengöttin, Tochter der Erdmutter, kleidet sich in ein buntes Blumengewand. In der Nacht des Maivollmonds wird das junge Götterpaar vermählt, was die Fruchtbarkeit und das Wachstum symbolisiert.
Walpurgisnacht als Fortführung von Beltaine
Die Walpurgisnacht ist eng mit Beltaine verbunden und wird oft als die magische Nacht der Hexen bezeichnet. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde mit Räucherungen, Opfergaben und ekstatischen Tänzen die Schöpfung geehrt. Das „wilde“ Treiben zum wurde aber mit der Christianisierung als Hexenwerk verteufelt. Im Mittelalter vermutete man Orgien hinter den Festen, bei denen Hexen in der Nacht mit Besen übers Land ritten um sich auf den Bergen mit dem Satan zu vermählen. Gerade der Blocksberg schaffte es dann auch in zahlreiche literarische Werke. Der spätere und heute gebräuchliche Name „Walpurgisnacht“ leitet sich vom Gedenktag an Walburga, einer Äbtissin aus England, ab. Und doch haben sich bis heute einige Rituale gehalten, wie das Aufstellen des Maibaums (mit der Möglichkeit ihn in der Nacht davor zu stehlen). Oder dem Springen über die Weidezäune ohne ein Wort zu sprechen und somit in den Träumen besucht zu werden vom zukünftigen Liebling. Auch die Peitschentänze oder die Maibowle könnten dir noch ein Begriff sein.
Rituale für dich
Auch heute können wir mit dem Geist des Wonnemonats Mai aus meiner Sicht am Besten Verbindung aufnehmen, in dem wir das Leben gemeinsam feiern. Das kann Platz im Alltag finden. In meinen Zwanzigern feierte ich die Walpurgisnacht beispielsweise mit meiner besten Freundin. Wir banden uns einen Blumenkranz und gingen in den Club tanzen.
Heute feiere ich mit Familie und Gemeinschaft. Wir machen Feuer. Tanzen, Singen und gönnen uns einen Waldmeistersirup. Die Kinder in Sprudelwasser, wir Erwachsenen im Prosecco. Wir stellen auch rituell unser Sommertipi in dieser Zeit auf.
Ich wünsche euch einen tollen Übergang in die lichte Jahreszeit und wenn du dir noch Inspiration wünscht, sind hier drei meiner Lieblingsrituale für Beltane. Habt einen grossartigen Sommer!










